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Medienkonzept der Grundschule Carolinensiel

Im Zeitalter der digitalen Medien und der immer alltäglicheren Informationsbeschaf-fung via Internet ist eine möglichst frühzeitige Vermittlung medialer Grundkompeten-zen im Umgang mit dem Computer unumgänglich. Auch die immer größer werdende Bedeutung des Computers in der Arbeitswelt macht es im Rahmen eines für die Schüler zukunftsorientierten Lernens unausweichlich, dass sich jede Schule den in den letzten Jahren immer deutlicher werdenden Veränderungen in der Alltagswelt anpasst und ihr Lernkonzept dementsprechend gestaltet, um die Medienkompetenz der Schüler und Schülerinnen zu fördern.
In unser Medienkonzept sind die Überlegungen und die daraus resultierenden Kon-sequenzen für eine aktive Umsetzung im Schulalltag eingeflossen.

0. Technische Ausstattung
Der Medien-/Computerraum ist mit 16 vernetzten Personalcomputern ausgestattet, auf allen ist die Nutzung des Internet möglich. Für Präsentationszwecke kann ein Beamer genutzt werden.  Filme können von VHS oder DVD auch über einen Fernse-her gezeigt werden.
In jedem Klassenraum befinden sich ein bis zwei PCs. Den Lehrkräften steht im Leh-rerzimmer ein PC mit Internetzugang zur Verfügung.
Die Grundschule beabsichtigt in Zukunft die Förderung des mobilen Lernens durch die Anschaffung von Notebooks – und damit verbunden: Die Einrichtung eines draht-losen Netzwerks auf dem Schulgelände. Die daraus entstehenden Lehr- und Lern-vorteile werden im Folgenden dargelegt.

1. Zielsetzungen für die Ausbildung einer Medienkompetenz
Schülerinnen und Schüler sollen zu einem selbstständigen und kritischem Umgang mit den modernen Medien, im speziellen mit dem Computer und dem Internet, befä-higt werden. Besonderer Wert wird dabei auf die Aspekte der Informationsbeschaf-fung und der Kommunikation via Internet gelegt. Gerade im letzteren Bereich bedarf es einer Aufklärungsarbeit, die zu einem kritischen Umgang anleitet.
Die Schülerinnen und Schüler sollen zudem ihr Wissen mit Lernprogrammen festigen und kontinuierlich weiter vertiefen. Über die aktive Gestaltung der Homepage wird den Schülern auch ein Anreiz geschaffen, um sich und die Schule nach außen hin zu präsentieren. 
Die Erlangung von Medienkompetenz als eine Schlüsselqualifikation der heutigen und zukünftigen Gesellschaft ist hierbei als ein weiterer kontinuierlicher und stetig andauernder Lernprozess zu verstehen. Lebenslanges Lernen erfordert auch die Umstrukturierung und Etablierung einer neuen Lernkultur auf institutioneller wie indi-vidueller Ebene. Der Computer soll dabei für die Schüler und Schülerinnen nicht den Platz als ein reines Spielinstrument oder eine überirdisch wirkende, alle Probleme lösende Maschine einnehmen, sondern von ihnen als ein interessantes und nützli-ches Hilfsmittel für die Lösung alltäglicher, im Schulalltag auftretender Aufgabenstel-lungen wahrgenommen und verstanden werden.

2. „Mobiles Lernen“ als Zielrichtung für die Erlangung von Medienkompe-tenz
Die oben aufgeführten Feststellungen zur Zukunftsbedeutung der Medienkompetenz gelten für alle Schülerinnen und Schüler. Es wäre somit völlig verwerflich, wenn die Schulung dieser Schlüsselqualifikation nur einem exklusiven Anteil der Schülerschaft zugute kommen würde. Ein kontinuierlich verlaufender Lehrgang zur Erlangung der Medienkompetenz ist im Sinne einer „Bildung für alle“ somit der einzig wahre Weg, da eine jede Schülerin und ein jeder Schüler letztlich in ihrer Zukunft vor ähnlichen Herausforderungen im Umgang mit diesen neuen Medien stehen wird.
Das „Mobile Lernen“ ist dabei eine Form des „E-Learnings“, welche aber auf die Ort-sungebundenheit der Nutzungsgeräte abzielt. Inwieweit der Einsatz von Notebooks im schulischen Alltag Vorteile aufweist ist nach unserer Kenntnis und Recherche noch nicht wissenschaftlich untersucht bzw. dargelegt worden. Gerade aber die er-wähnte Ortsungebundenheit der Computer erleichtert deren Einsatz im Unterrichtsall-tag unter Berücksichtigung der allgemeinen Vorteile des E-Learnings, die den Unter-richt mit einer Vielzahl von didaktischen und methodischen Möglichkeiten bereichern können. Insbesondere durch ihre erhöhte Flexibilität gegenüber Desktop – Compu-tern erlauben Notebooks die mobile Nutzung personalisierter Lehr- und Lernumge-bungen (z.B. Internetrecherche in der Schulbibliothek, eine vor Ort stattfindende Auswertung der auf einem Schulausflug gewonnenen Erkenntnisse, etc.).
Bei entsprechender Unterrichtsführung können die Schülerinnen und Schüler den Unterricht in größerem Umfang durch eigene (Projekt-)Arbeiten und Präsentationen (bei Bedarf auch mit Beamer) mitgestalten. Das Notebook kann hierbei am gleichen Schultag ohne zusätzlichen organisatorischen Planungsaufwand in verschiedenen Fächern genutzt werden. Dabei wird bei den in Teams arbeitenden Schülern das ei-genverantwortliche Lernen gefördert, da jeder Nutzungsgruppe in einer dem Alter entsprechenden Form für sein Gerät (z.B. für ein eigenes Datenmanagement) ver-antwortlich ist bzw. zu dieser Verantwortlichkeit herangeführt werden kann. Der Ein-satz von Notebooks im Unterricht kann also nicht nur zur Förderung der Medienkom-petenz, sondern auch der Methoden – (unterschiedliche Formen der Recherche und Präsentationen, was somit unterschiedliche Lernwege ermöglicht; Teamarbeit) und der Lernkompetenz (Erziehung zur Eigenverantwortlichkeit und Selbstorganisation) dienlich sein.
Beim „Mobilen Lernen“ mit diesen Zielsetzungen muss aber angestrebt werden, No-tebooks nicht nur projektbezogen einzusetzen, sondern sie als selbstverständliches Lerninstrument in den Unterrichtsalltag zu integrieren. Ihre Möglichkeiten zur schnell umsetzbaren Differenzierung, die Etablierung von Selbsttests zur Überprüfung des Gelernten sowie die Möglichkeit, unterschiedlicher Lerntypen in der Schülerschaft gerecht zu werden bieten hier alleine schon genug Anreize, um die enormen Lern-chancen durch den Einsatz von Notebooks im Unterrichtsalltag wahrzunehmen und zu nutzen.

3. Integration der Medien in den Unterricht
3.1 Mögliche Themen für den Einsatz von Notebooks im Unterrichtsalltag
• Realisierung von Schreibanlässen
• Schreiben lernen bzw. schulen über die Nutzung von Schreiblernprogrammen
• Lesen lernen bzw. schulen
• Ergänzung von Schulbuchinformationen (z.B. über die Nutzung von Internet-suchmaschinen für Kinder)
• Arbeiten mit der Unterrichtssoftware der im Schulalltag benutzten Lehrwerke


3.2 Gründe für den Einsatz von Computern – im speziellen: Notebooks 
• Grundschüler lassen sich leicht zum Arbeiten an einem Computer motivieren. Ein Notebook wirkt dabei besonders motivierend, da es seltener in der alltäglichen Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler auftaucht als die Desktop-Computer. Zudem fasziniert die geringe Größe der Notebooks und deren Beschaffenheit und Aussehen die Kinder, was zusätzliche Reize für deren Benutzung darstellt. 
• Das Arbeiten am Computer fördert – genauso wie andere Formen des Lernme-thoden - den Austausch mit Klassenkameraden. Abseits der eine Aufgabe bear-beitenden Gruppen tendieren Kinder auch hier dazu, auf den Bildschirm des Nachbartisches zu schauen und sich mit den Nachbarn auszutauschen.
• Die Frustrationstoleranz der Schüler und Schülerinnen steigt beim Arbeiten mit dem Computer, da ihre Lernmotivation größer als beim Einsatz klassischer Me-dien ist. Da Notebooks (wie oben bereits beschrieben) eine noch größere Reiz-wirkung auf Kinder haben als Desktop-Computer (s. Fußnote 2), dürfte die Lern-motivation (zumindest anfänglich) noch weiter steigen, was somit eine höhere Lerneffizienz ermöglicht.
• Am Computer kann einem Produkt sehr schnell ein professionelles Aussehen ver-liehen werden. Das Wissen, dass ein auch visuell ansprechendes Ergebnis erzielt werden kann, motiviert Kinder zusätzlich.
• Der ortsunabhängige Einsatz von Notebooks ermöglicht das vergleichende oder vertiefende Arbeiten zu einem Thema an anderen inner- wie außerschulischen Lernorten.

3.3 Überlegungen zur Art des Einsatzes der Notebooks
• Grundlage des angestrebten Ansatzes muss ein kleinschrittiger Unterricht mit möglichst häufiger Kontrolle durch den Lehrer oder durch alternative Kontrollver-fahren sein. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Schüler und Schülerin-nen zu einem sinnvollen Lernen hingeleitet werden.
• Nur durch Methodenwechsel kann – wie auch in anderen Unterrichtsfächern – erreicht werden, dass die Schüler über den vollen Zeitraum einer Unterrichtsstun-de produktiv arbeiten.
• Gelernte Techniken sollten häufig abgefragt und handelnd wiederholt werden. Durch die enorm motivierende Wirkung des Mediums Notebook wird den Kindern dabei nicht langweilig, da sie verschiedene Arbeitsschritte wie „einen Text ab-schreiben“, „ein Bild einfügen“ oder „ein Bild bearbeiten“ selbst bei leichten Ab-wandlungen ( z.B. Bild für eine Geburtstagskarte/die Schulhomepage/für eine Ausstellung in der Schule bearbeiten und einfügen) als unterschiedliche Aufga-ben wahrnehmen. Erfolgserlebnisse stellen sich immer wieder von neuem ein und setzen zusätzliche motivierende Wirkungen frei.
• Unterrichtsprojekte sollten aus Gründen der Lernmotivation einen begrenzten Zeitraum umfassen und nicht zu lange andauern, gleichzeitig aber ein hohes Maß an Transparenz besitzen.
• Die Schülerinnen und Schüler sollten sich zu zweit oder zu dritt ein Notebook tei-len. Ihre Teamfähigkeit wird dabei geschult (z.B. Aufgaben im Team lösen, Rück-sicht aufeinander nehmen, etc.). Der Lehrer muss seinerseits darauf achten, dass die Aufgaben gleichmäßig von jedem Schüler bearbeitet werden und dass jeder die Gelegenheit hat, zu gleichen Teilen am Laptop zu arbeiten.
• Aufgabenstellungen sollten im Idealfall in Dateiform den Schülerinnen und Schü-lern präsentiert werden. Dadurch wird auch der Konflikt „Aufmerksamkeit: Tafel oder Notebook“ umgangen bzw. elegant gelöst.
• Die verschiedenen Arbeitsschritte sollten als Arbeitsblätter mit Bildern in der Schule vorliegen und nach und nach an die Schülerinnen und Schüler verteilt werden.
• Bereits im Umgang mit Computern erfahrene Schülerinnen und Schüler sollten als Experten ernannt werden, um den Lehrer zu entlasten. Gleichzeitig müssen für diese Experten weitere Entfaltungsmöglichkeiten in Form einer qualitativen Differenzierung geschaffen werden. 
• Ein Filterprogramm soll den prinzipiell möglichen Missbrauch der Internetnutzung verhindern und Internetseiten mit sexuellem, gewaltverherrlichenden oder ähnli-chem Inhalt für die Kinder unzugänglich machen.


3.4 Konkrete Umsetzung am Beispiel einer Unterrichtseinheit
Thema der UE: Kreativer Schreibanlass zu den Schulferien (fächerübergreifend: Kunst-Deutsch)
Die Schülerinnen und Schüler gestalten im Zuge des Kunstunterrichts ein Bild, auf dem sie ihr schönstes Ferienerlebnis (alternativ: besondere, also mehrere Erlebnisse in den Ferien) gestalten. Dieses Bild wird in der Klasse vorgestellt und anschließend von der Lehrkraft eingescannt. Gemeinsam von beiden Lehrkräften werden nun ferti-ge HTML – Seiten mit den eingescannten Bildern und Textfeldern erstellt. In diese wird dann das entsprechende Ferienerlebnis von der jeweiligen Schülerin oder dem jeweiligen Schüler im Deutschunterricht verschriftlicht und anschließend die Recht-schreibfehler besprochen.

4. Schaffung von Kompetenz im Lehrerkollegium
Der Einsatz von Notebooks im Regel- und Projektunterricht an einer Grundschule bedarf genauer und intensiver Planung sowie eines ausgefeilten und durchdachten Lernkonzepts, was nur durch ein erhöhtes Maß an Medienkompetenz innerhalb des Lehrerkollegiums möglich wird. Zudem sollten in regelmäßigen Abständen Treffen zum Absprechen der geplanten Projekte sowie der entsprechenden Zuständigkeiten stattfinden, um einen Erfolg des Medienkonzepts zu gewährleisten. Einen Sinn be-kommen solche Sitzungen aber nur dann, wenn sich die Kollegen auf einer Basis fundierten medialen Wissens treffen, um ein kollektives Bewusstsein für die Aufgabe der Schule, also dem Fördern der Medienkompetenz für Schülerinnen und Schüler, zu schaffen und zu erhalten. Daraus abgeleitet bedarf es interner Fortbildungen und permanenten Erfahrungsaustausch innerhalb des Kollegiums, um dieser Zielsetzung gerecht zu werden.